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Historie

Die historische „Buch-, Kunst-, Musikalien- und Papierhandlung Johannes Königs in Verden

 

 

Johannes König, Verdener Buchhändler
Johannes König, Verdener Buchhändler

„Jetzt heirat’ se een Fibelmoker.“ Dies waren die Worte des Brautvaters, als Marie Jünemann aus Ritzenbergen den Verdener Buchhändler Johannes König heiratete. Im Oktober 1876 wagte der „Fibelmoker“ den Schritt in die Selbständigkeit: Er gründete in der Großen Straße eine „Buch-, Kunst-, Musikalien- und Papierhandlung“, das heutige Fachgeschäft HEINE Buch + Kunst. Auch in seinem Privatleben war der Firmengründer bestrebt, die Literatur in der Provinz zu pflegen: Ein Dokument von 1876 weist ihn als Mitbegründer eines Verdener Vereins aus, der die literarische Arbeit in den Mittelpunkt stellte.

 

 

 

 

 

 

Das Ehepaar Marie Jünemann und Johannes König
Sohn Friedrich

Friedrich, der älteste der drei Söhne, führte das Werk der Eltern nur für kurze Zeit fort. Er verstarb sehr früh. 1927 übernahm Gustav Siems die Buchhandlung, und nach dessen Tod im April 1945 führte seine Frau Grete das Geschäft. Vom 1. Oktober 1954 bis zum 1. Januar 1984 lag die Verantwortung bei Sohn Gerhard. Die Familie Siems baute in diesen drei Jahrzehnten ihres Wirkens ein Unternehmen aus, das in Verden und umzu zum literarischen Treffpunkt avancierte. Legendär sind die Auftritte von Gerd Westphal, der damals beim Bremer Rundfunk arbeitete und mehrfach in der Buchhandlung zu Gast war; unvergessen der große Verleger Ernst Rowohlt, der im VW angefahren kam („im Mercedes fährt nur meine Sekretärin!“); Heinrich Böll war in den Sechzigern zu Gast und in den wilden Siebzigern dann der Jung-Verleger Klaus Wagenbach, um nur einige der Bekanntesten zu nennen.

 

 

Grete und Gustav Siems
Grete und Gustav Siems

Im Januar 1984 übernahm der aus Westfalen stammende Manfred Schebur das Fachgeschäft Buch und Kunst in der Großen Straße 111-113. Er baute die Zusammenarbeit mit den Verdener Kulturvereinen weiter aus und modernisierte die Buchhandlung inner- und äußerlich: Komplett-Renovierung der Ladeneinrichtung, Einführung der EDV. Nach seinem frühen Tod im Jahr 1987 übernahm seine Lebensgefährtin Gudrun Heine die Geschäfte. Bereits 1988 eröffnete sie eine weitere Buchhandlung in Verden,

 

 

„Grips zu verkaufen“ - Heine Buch und Presse in der Herrlichkeit 2 steht vor allem auch beim jüngeren Publikum in und rund um Verden hoch im Kurs
„Grips zu verkaufen“ - Heine Buch und Presse in der Herrlichkeit 2 steht vor allem auch beim jüngeren Publikum in und rund um Verden hoch im Kurs

 

heute HEINE BUCH + PRESSE, um dem jüngeren Publikum in modernem Ambiente entsprechendes Lesefutter anbieten zu können. „Jung, flott, unkompliziert“ so war der neue Laden konzipiert, der lange Zeit in der Großen Straße 62 betrieben wurde. 2005 fand man denn noch geeignetere Räumlichkeiten an der Herrlichkeit 2, wo heute auf über 200 qm die großzügige Boulevardbuchhandlung ansässig ist. Angeregt durch die PISA-Debatte wurde im Jahr 2003 der Entschluss gefasst, die bestehende Kunstgewerbeabteilung in der Großen Straße 111 in eine reine Kinder- und Jugendbuchhandlung umzugestalten Daraus ist nun HEINE für KLEINE geworden.

 

Heine für Kleine - ein Paradies für „kleine Heinis“...
Heine für Kleine - ein Paradies für „kleine Heinis“...

 

Im Stammhaus in der Großen Straße 113 pflegt Gudrun Heine nach wie vor ein anspruchsvolles Sortiment und lädt zu interessanten Veranstaltungen ein. So ist das Fachgeschäft des „Fibelmokers“ trotz seiner über 130-jährigen Tradition nach wie vor jung und lebendig.

 

130 lang ein fester Bestandteil der Verdener Stadtgeschichte: „Buch & Kunst“
130 Jahre lang ein fester Bestandteil der Verdener Stadtgeschichte: „Buch & Kunst“